Erinnerungen

Das einzige Paradies,
aus dem man nicht vertrieben werden kann,
ist die Erinnerung.



Im Gespräch stellt sich heraus, dass Sandakan´s Ana Eloise von unserem "Traumrüden" Ch. Merten belegt werden sollte. Also, auf in die Firma des Mannes und eine Fahrt in das fast 400 km entfernte Kisdorf vorschlagen, um die Hündin und die Züchter kennenzulernen. Die Chance, ein "Baby" von Merten adoptieren zu können, überzeugt auch den vielbeschäftigten Ehemann, eine kleine Reise zu unternehmen.

Wir werden auf "Herz und Nieren" überprüft und glücklicherweise vom gesamten Schwarke-Rudel akzeptiert. Nach mehreren Stunden treten wir völlig aufgeregt und überglücklich unsere Heimreise an.

Am 3. April 1999 wurde unser erstes "Baby" Sandakan´s Ana Gorgeous Don Carlos I geboren. Carlos war seit Ankunft in seinem neuen Zuhause stubenrein. Sein Verhaltens-repertoire war unschätzbar. Er war ein eher ruhiger Hund. Freundlich in der Grundstimmung war er immer sehr spiel- und arbeitsfreudig. Für seine mit dem Hang zum Perfektionismus ausgestattete Chefin bedeutete das "Therapie".

Ich verdanke ihm wirklich viel. Habe ich doch während seiner Ausbildung gelernt, "fünf gerade sein zu lassen" und meinem Partner Hund zu vertrauen. Carlos hatte vor nichts Angst, war immer ausgesprochen "well-balanced" und überaus freundlich Zwei- und Vierbeinern gegenüber. Ob bei der Arbeit im Büro, auf dem Dauercampingplatz in den Niederlanden oder beim Skiurlaub in Österreich, Carlos fühlte sich wohl, solange mindestens ein Mitglied seines Rudels dabei war und war schnell "everybody´s darling". Wir waren immer der Überzeugung, dass es den "Traumhund" nicht gibt!!!! Irrtum: Carlos war genau der Typ Hund, von dem wir immer geträumt haben. Trotz seiner beeindruckenden Statur war er von sich als "Schoßhund" überzeugt und "schämte" sich nicht, die starke Bindung zu seinem Rudel durch Liebesbezeugungen deutlich zu machen. Wir haben jede Stunde mit ihm genossen und freuten uns auf viele ereignisreiche Jahre. Unser Leben hatte sich vollkommen verändert...

Das Schicksal riss uns im Februar 2002 aus diesem Traum. Wir mussten uns von unserem geliebten Carlos verabschieden. Wir konnten es nicht begreifen: Akutes Nierenversagen! Sandakan’s Ana Gorgeous Don Carlos I war eine ganz besondere Hundepersönlichkeit mit einer außergewöhnlichen Ausstrahlung. Es sprachen uns fremde Menschen an, die seit ihrer Kindheit panische Angst vor Hunden hatten. Sein Wesen ließ diese Panik verschwinden und es kam zu Berührungen, die uns zu Tränen rührten. Dieser besondere Charakter wird immer einen Platz in unserem Herzen haben. Wir sind dankbar für die Zeit, die wir miteinander hatten und werden ihn nie vergessen.

Familie Green mit Ebby und Gus haben uns in der Hoffnung es wird uns Kraft geben, ein Gedicht geschickt. Es hat uns sehr getröstet, dass mit uns geweint wurde und wir wissen nun, dass unsere Lieben nicht wirklich von uns gehen, sie sind überall, nur können wir sie nicht sehen.



Stehe nicht an meinem Grab und weine. Ich bin nicht dort.
Ich schlafe nicht. Ich bin wie tausend Winde, die wehen.
Ich bin das diamantene Glitzern des Schnees.
Ich bin das Sonnenlicht auf reifendem Korn.
Ich bin der sanfte Herbstregen.

Wenn Du aufwachst in des morgens Stille,
bin ich der flinke Flügelschlag friedlicher Vögel im kreisenden Flug.
Ich bin der milde Stern, der in der Nacht leuchtet.
Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort.
Ich bin nicht tot. 

aus „Gespräche mit Tieren“ von Penelope Smith